Sailors have more fun

Schwerwetter-Training 2012

Strecke:   Hamburg - Helgoland - Hamburg  /  ca. 220 sm
Boot:"       Helgoland Express" Dofour 43  (Rollgenua 1, Lattengroß, Gennaker)
Team:       Nico (Skipper), Arianne, Dennis, Frank,
                  Thomas, Jürgen, Marc und Gunnar
                  (Reporter): Also 8 begeisterte Segler /-in mit viel
                  Erfahrung, drei SailComer
Wetter:     5-6 Bft Do-Fr-Sa, am Sonntag abnehmend Süd-West,
                  kaum Regen
Tide:         Mit geschicktem Timing, ergibt sich viel Segeln tagsüber
Zeit:          Donnerstag, 8.11.12 / 10:00  bis  Sonntag, 11.11.12 / 14:00

Wettervorhersage und Tidenkalender haben schon ein tolles Segelwochenende angekündigt, da war die Vorfreude groß. Bei der Begrüßung, Vorstellung und Einweisung war zu spüren, dass alle nur Eines wollten: Schnell raus und den guten kräftigen Wind nutzen. Nach zwei langen Stunden Einweisung ging es dann endlich los.

AusguckErster Schlag, mit abfließenden Strom und halben Wind nach Glückstadt. Anlegen 17:00 Uhr, die ganze Marina war bereits abgebaut, da war nur noch ein Stangenwald (Dalben) vorhanden. Schnell die Erbsensuppe gegessen, kurze Stadtbesichtigung, Bierchen im "Molenkieker" und noch ein Stündchen hinlegen.

Ablegen nach Cuxhaven um 23:00 Uhr, Wind immer noch 4-5, also wird gesegelt, nachts auf der Elbe! Es ist stockfinster.

Hier waren alle gefordert: Skipper, Navigator, Ausguck, Großschoter, 2 Vorschoter, Steuermann und ein Mann als Springer.

Gerade der Verkehr vor dem NOK war stark, was uns das Kreuzen nicht erleichterte. Als Draufgabe sind in dem Gebiet noch ein paar unbeleuchtete Tonnen, die sich aber mit dem Radar noch einigermaßen gut finden lassen.

 

Zwischendurch ein leichtes Gedrängel auf der Elbe mit einen Lotsenversetzer und dem ungläubigen Funkspruch: "Was macht Ihr denn da draußen, habt ihr euch im Kalender vertan, na dann wollt ihr es wohl wissen!" Danke für die Anerkennung.

Steuermann Juergen

Anlegen in Cuxhaven-Amerikahafen um 03:30 Uhr, danach diverse Anlegerbierchen und Fachsimpelei auf dem Achterdeck bis 5:30 Uhr. Ok, ein paar Stunden Schlaf müssen dann doch noch sein  ;-).

Um 10:00 kräftiges Frühstück. 11:30 Ablegen aus Cuxhaven, erst etwas Motoren bis zum Zehnerloch, Segel setzen (Reff 1, Genua 3/4) und weiter durch den Lüchtergrund (kleine Abkürzung) Richtung Helgoland.

Fahrt durchs Wasser immer über 8 nahe an 10 Ktn, über Grund noch mehr da gut ablaufender Strom. So machte das Segel richtig Spaß. Draußen dann 6 Bft, die Wellen zogen schon lange Schlieren hinter sich her.
Nach nur 4 Stunden Fahrt, Anlegen auf Helgoland (meine persönliche Bestzeit).

Arianne ging es nach 2/3 der Strecke nicht mehr so gut. Foto: Dennis sichert Ariannne und Marc hatte danach immer die Pütz im Anschlag.

Einkaufen, etwas frisch machen, da endlich mal eine richtige Toilette in einer Marina geöffnet war und ab in "Weddings Fischerhus".

Samstag, endlich mal Ausschlafen, eine schöne warme Dusche und ein gutes Frühstück. Insel- oder Dünenrundgang für alle Neulinge des einzigen deutschen Hochseefelsens. Dabei schauen, was die jungen Seehund-Heuler machen.

Ariane mag nicht

Ablegen 14:40 Uhr bei SSW 5, Groß und Genua voll, trotz einem sehr hohen Kurs am Wind mussten wir einen Holeschlag nehmen um zu unserem Ansteuerungspunkt im Lüchterloch zu kommen. Ab da (19:00 Uhr) Motor und Radar, da wieder unbeleuchtete Tonnen. Gegen 20:30 Anlegen in Cuxhaven. Gunnar und Marc haben sich zu einer Party in Cux verabschiedet und kamen dann erst gegen 4 Uhr wieder. Der Rest hat anständig an Bord gegessen und etwas an Bord ausgeruht.

Sonntag, 4:45 Uhr aufstehen, 6:00 Ablegen zum langen Schlag Richtung Hamburg. Hier wird die komplette auflaufende Welle genutzt. Etwas motort, viel gesegelt, viel mit dem Strom herein ziehen lassen nach Hamburg. Leider kein Gennakersegeln, da Wind nicht passte.

Vor Finkenwerder nach nur 6 Stunden Fahrt, Segel runter und Motor an und dann nur noch ein Brummen aber kein Heckwasser.
Nanu, da hat sich doch der teure Propeller in einer schraubenförmigen Bewegung vom Boot in die Elbe verabschiedet. Gut das der hauptamtliche Skipper am Ruder war.

Ok, kurz aufkommende Panik, dann Fender und Leinen klar gemacht und an den ersten erreichbaren Steg ohne Motor und ohne Schaden angelegt (Winfried Erdmann-Style). Robert Eichler, der Törnorganisator hat uns dann noch zur Werft geschleppt.

Danach Verabschiedung mit glücklichen Gesichtern über den herausfordernden schönen Segeltörn.

 

Vor- und Nachteile eines November-Törns:

  • Hohe Wahrscheinlichkeit für guten Wind
  • Interessantes Navigieren bei Nacht und Dunkelheit
  • Keine überfüllten Marinas
  • Das Team schweißt sich automatisch enger zusammen
  • Marinas, die auch schon mal geschlossen sind (keine Duschen)
  • Einiges an Kondenswasser im Boot
  • Keine überlaufene Insel
  • Günstigere Törnpreise
  • Wenn Regen dazu kommt, wird es fies
  • Gummistiefel, die nach vielen Stunden gelüftet werden

"Life begins at the end of your comfort zon"

  …oder ….  Sailors have more fun
 

Die ganze Mannschaft (sorry, Ariane macht das Foto)

. . . Wer strahlt kräftiger? . . .  Frank oder das AKW

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