Das Skippertraining wurde wieder an das Ende der Saison gelegt. Durch eine Umplanung unseres Vercharterers in Heiligenhafen wurde aus einem „Rund Fehmarn-Törn“ ein Überführungstörn. Dieses hatte den enormen Kostenvorteil, dass uns nichts berechnet wurde. Kurzfristig mussten von den ehemals sechs Teilnehmern drei absagen, so dass der Törn mit drei motivierten Seglern startete.

Drei Segler, drei Kabinen …. Ideal.

Teilnehmer:
·        Sven Meyer (Skipper)
·        Gunnar Frankenberg (Co-Skipper)
·        Hartmut Keding
 
Tag 1 – 29.10.2009 (Regen): Bootsübernahme
Nach Anreise von Hamburg und Lübeck mit dem Zug haben Sven und Hartmut die Yacht „Max“ übernommen. Die wichtigsten Funktionen und Vorgänge wurden erklärt. Danach wurde per Taxi eingekauft und verstaut. Abends ging es noch zum Italiener im Hafen Flensburg Sonwik. in der Nähe.
Erkenntnis des Tages: Anreisen per Bahn brauchen viel Zeit
Seglerische Erkenntnis des Tages:  Drei Segler – Drei Kabinen ist Luxus

 

unser Schiff in Flensburg

 

Hartmut und Sven

 

Teile der Crew: Hartmut, Sven (v.r.)

 

Tag 2 – 30.10.2009 (strahlender Sonnenschein): Fahrt nach Maasholm
Gegen 8:30 trifft Gunnar als letzter Teilnehmer ein. Nochmals Sicherheitseinweisung, dann 10:30 Ablegen aus der Marina Sonwig in Flensburg. Wir Motoren aus der Förde heraus. Hinter Leuchtturm Kalkgrund setzen der Segel bei 4 später 5 Windstärken SO. Wegen dramatischer Krängung haben wir uns später für verkleinerte Genua und Reff 1 entschieden. Kurz vor Schleimünde nach dem Reffen der Segel fällt der Motor wegen Überhitzung aus. Da wir noch Handyempfang haben, rufen wir den Servicetechniker an: „Jooo, das könnte am Seewasserfilter liegen." Und tatsächlich, der war voll mit jungen Muscheln. Gereinigt, eingebaut und weiter. Bei Einfahrt in Schleimünde war es schon sehr dunkel und der Tonnenstrich konnte nur mit einem vorderen Ausguck gefunden werden. Beim Anlegen fiel noch das komfortable Bugstrahlruder aus. 10 Minuten warten und es ging wieder (Sicherheitsabschaltung nach 20 Sekunden Betrieb!?!). Der sonst überfüllte Yachthafen von Maasholm war wie ausgestorben. Noch gut etwas gegessen bei „Schunta“, was immer das heißen mag.
Erkenntnis des Tages: Ende Oktober bei 4° Grad ist es schon recht kühl.
Seglerische Erkenntnis des Tages: Überführungsboote kurz vor Saisonschluss bieten interessante Überraschungen.
Steuermann Hartmut
Steuermann Hartmut in Aktion
Maasholm im Spätherbst
Maasholm im Spätherbst
 

Tag 3 – 31.10.2009: Maasholm-Laboe

Nach gutem Frühstück mit Brötchen und leckeren Belägen, Ablegen gegen 10:00 Uhr. Jenseits der Schleimündung Segel setzen bei Windstärke 4-5 aus Süd-Süd-Ost (kleine Fock und Reff 1). Also Hoch-am-Wind-Kurse gegen Wind und Welle. Schönes Segeln mit bis 7 Kn Speed over Ground. Boatspeed kennen wir nicht, die Anzeige ist ausgefallen wie auch gelegentlich der GPS-Kartenplotter. Gelegentliches Power-Reset bringt wieder Werte. Gegen 14:30 Uhr entscheiden wir uns den ursprünglichen Plan „Wir segeln nach Heiligenhafen“ zu verwerfen. Wir haben unter diesen Segelbedingungen zu viel Abdrift. Neue  Ansteuerung: Anfahrt nach Laboe. Auch hier kein Hafenmeister, keine Bunkermöglichkeit und  die Sanitärbereiche sind verschlossen. Essen und großzügiger Verzehr guter Getränke dann eben an Bord.

Erkenntnis des Tages: Wer im Herbst zu spät kommt, dem bleibt nur die Bordküche.

Seglerische Erkenntnis des Tages: Mit einem bauchigen Reff 1-Segel kann man nicht Hoch-am-Wind segeln.

Ansteuerung Laboe

Achtung Riff vor Laboe

Tag 4 – 1.11.2009 (bedeckt/starke Brise): Fahrt nach Heiligenhafen

Der schöne Sonntagmorgen beginnt mit frühem Aufstehen, gutem Frühstück aus der Kühlkiste und einem Wandermarsch zum örtlichen Auto-Sprit-Dealer: 25 Liter Diesel bunkern mal anders. Gegen 9:30 Uhr nichts wie raus, zur letzten Etappe. Da der Wind weiterhin jetzt mit Stärke 5-6 uns entgegen kommt, beschließen wir zu Motoren. Gegen die mittlerweile gute Welle wird auch das zu einem kleinen Ritt. Hartmut am Steuerrad und Ausguck, Sven Kommando und Navigation, Gunnar Kombüse zur leiblichen Stärkung. Es ist schon interessant bei guter Welle und Krängung auf zwei Flammen Spaghetti und Soße zu kochen. Zwischendurch gab es „Heiße Tasse“, die sind ideal bei diesen Temperaturen. Gegen 15:30 Uhr Einlaufen in Heiligenhafen. Saubermachen, Deck schrubben, Segel falten und Bootsabnahme ohne Probleme aber mit dem Hinweis „Nanu, warum ist denn das hier alles so sauber, die geht doch sowieso in die Werft“. Für 2010 sind wir eingeladen, eine X-Yacht zurück nach Flensburg zu überführen . . .  wenn ich bis dahin wieder aufgetaut bin :-) .

Nach kurzer Verabschiedung haben wir uns dann wieder aufgeteilt in Richtung Bahn oder Autoservice.

Erkenntnis des Tages: Mit der Endreinigung, da fragen wir das nächste Mal vorher nach.

Seglerische Erkenntnis des Tages: Unter Deck mit zwei Töpfen zu hantieren ist auch nicht einfach.

Hart am Wind

Hart am Wind

Epilog

Max ist wieder wohlbehalten in seinem Heimathafen und wir haben ein paar Tage abwechslungsreiches und ziemlich kaltes Segeln hinter uns. Ja, an machen Stellen war es schon herausfordernd aber das gehört sich ja auch so für ein Skippertraining.

Und an dieser Stelle ein großes Lob / Respekt an Hartmut, der in erster Linie Jollen kannte und hier die Feuerprobe der neuen Aufgaben hervorragend bestanden hat.

Co-Skipper Gunnar

Ein SailCom-Törnbericht von Gunnar Frankenberg

 
 
 

 

 

 

 

 

 

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