Skippertraining 2006: Mallorcas Süden bei 25 Grad!

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – unser Boot in der Bucht von Cala Pi (wer mehr wissen möchte, ist herzlich eingeladen, weiterzulesen!)

 

Ein Management Summary vorab:

 

Das Fazit - das diesjährige Skippertraining war großartig. Allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön – und ein extra Dankeschön unseren verantwortlichen Skippern und Organisatoren, Jörg Müller und Sven Meyer!

Das Boot – die „Luna Rossa“, eine Beneteau Oceanis 461

Die Crew – Jörg Müller, Sven Meyer, Mirko Zulim, Maik Aulbert, Christian Melskotte, Michael Gerhards, Gunnar Frankenberg, Eggo Rettmer

Das Revier – die Gewässer im Südosten von Mallorca bei 26 Grad Luftemperatur, 23 Grad Wassertemperatur und in der Regel schwachen Winden

Die Route – 28.10.2006 Marina Can Pastila bei Palma de Mallorca -> 29.10.2006 Isla Sa Cabrera -> 30.10.2006 Cala Pi und Marina Sa Rapita -> 31.10.2006 Marina Can Pastila

Das Lernziel – eine Einweisung in die Aufgaben eines und Erfahrungen als Skipper zu sammeln sowie für einen halben Tag als Skipper of the day in der Pflicht zu stehen – wurde erreicht

Wesentliche Erkenntis als Skipper – (a.) 80% eines erfolgreichen Törns liegt in der Vorbereitung und Planung und (b.) wesentlich sind klare Einteilung, Absprachen und, ja, durchaus auch mal, ein klares Kommando!

1.) Vorbereitung

Erinnert Ihr Euch?

Mitten im Sommer erreichte uns alle per email die Einladung zum diesjährigen Skippertraining. Im Windhundverfahren wurden die Plätze besetzt. Innerhalb von Stunden, wenn nicht von Minuten stand die Crew fest.

Wie kann dieses erklärt werden?

War es die Attraktivität des Reviers – das Revier im Südosten von Mallorca war unser Ziel? War es die Chance, Ende Oktober noch einmal dem Hamburger Schmuddelwetter entkommen zu können, und die Perspektive auf einen zweiten Spätsommer? Oder war es die sich immer mehr herumsprechende Attraktivität des Skippertrainings der Sailcom? Oder war es das sensationelle Preis-Leistungsverhältnis?

Vermutlich war es die Kombination, die zu dieser erstaunlich raschen und hohen Response führte.

In den Folgewochen bewies sich dann wieder einmal, dass Segeln ein Mannschaftssport ist und das ein Verein immer nur so gut ist wie die handelnden und die Initiative ergreifenden Personen:

 

Jörg Müller als verantwortlicher Skipper beeindruckte durch eine ausgezeichnete Vorbereitung: Checklisten für das Gepäck, zu erledigende Formalitäten, Erstebestellung der Lebensmittel – vorausschauend hatte er alles – und vor allem uns durch angemessene Information per email – stets im Griff.

Skipper Jörg

Sven Meyer als CoSkipper wusste als Reisebüro zu überzeugen: Schon kurz nach der Anmeldung buchte er für alle Beteiligten einen entsprechenden Flug und klärte die – auch im folgenden noch wesentliche - Frage nach der vorschriftsmäßigen Mitführung der CO2-Patronen für die Automatikrettungswesten.

Skipper Sven

Soviel vorab: Auf diese Frage erhielt er vorab eine und vor Ort dann mindestens zwei weitere Antworten, von denen sich keine als alleine richtig herausstellte.

Nur eines war sicher:  Die Patronen zu verschlucken und im Körper oder die Patronen mit Ducktape um den Körper gewickelt mitzuführen, diese Varianten sollten unter keinen Umständen gewählt werden.

2.) Anreise

Der Törn begann am Samstag, dem 28. Oktober 2006, in der Marina San Pastila – genau, das ist die Marina am Anfang der berühmt-berüchtigten Balneario-Strände, beginnend mit Balneario 25.

Apropos, die Marschzeit von dort zu Balneario 6, besser bekannt als „BALLERMANN 6“, beträgt übrigens 100 min.!

Neben unseren beiden Skippern bestand die Crew aus Mirko, Maik, Michael, Christian, Gunnar Frankenberg und Eggo Rettmer. Damit hatten wir eine geballte Segelerfahrung versammelt – als Stichworte sind genannt: 3 Monate Hand gegen Koje in der Südsee und vor  Neuseeland, Bootseigner seit vielen Jahren, Gorch-Fock-Segeln von Kalifornien nach Hawaii…

Im Verlaufe des Vormittags sollte sich dieses „Kompetenzcenter“ dann in der Marina treffen, um sich dort erstmalig zu konstituieren.

Deshalb trafen die Hamburger Teilnehmer sich um 04:30 Uhr lokaler Ortszeit auf dem Hamburger Flughafen. Die Kommunikation gestaltete sich zu dieser Uhrzeit noch wenig flüssig. Das Miteinander war eher durch instiktives Reagieren auf grobe Reize bestimmt.

Nach dem Einchecken bewegten wir uns dann zur Sicherheitskontrolle.

Zum Thema CO2-Patronen waren wir beruhigt, hatte Sven doch von Air Berlin den Hinweis erhalten, dass diese Patronen und die Westen im Handgepäck zu führen seien. Doch das Sicherheitspersonal sah das anders, konnte sich dann allerdings nach einer Diskussion zwischen drei Mitarbeitern darauf verständigen, dass vier Patronen pro Person im Handgepäck erlaubt seien.

Nachdem wir diese Hürde sportlich genommen hatten, verlief die Anreise reibungslos. Einzig die Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen in Palma de Mallorca zur Marine gab uns einen Hinweis darauf, dass wir im Mittelmeer, in der Heimat der Händler und Basare angekommen waren:

Die Preise für ein und dieselbe Fahrt nur mit unterschiedlichen Taxen schwankten zwischen Euro 12,45 und Euro 15,00.

3.) Sammeln

Das Eintreffen der Crew verlief reibungslos. Unsere erste Einweisung hatten wir dann auf der Sonnenterrasse der Yachthafen-Gastronomie unter einer strahlenden Mittelmeersonne.

Begeistert hat uns hier übrigens der hanseatisch diskrete und zurückhaltende Service – es dauerte schon fast 45 Minuten, bis wir bestellen konnten, und fast noch mal so lange, bis die Getränke eintrafen.

Und auch die Serviceorientierung unseres Vercharterers überzeugte uns: Solange wir das Boot noch nicht übernehmen konnten, stellte man uns eine mobile Gepäckaufbewahrung zur Verfügung – den Privatwagen eines Mitarbeiters.

4.) Bootsübernahme

Nachmittags dann übernahmen Skipper und CoSkipper das Boot. Parallel dazu übernahmen wir den vorbestellten Proviant und kauften die zusätzlich benötigten Lebensmittel ein. Dabei verließen wir uns voll auf unseren Proviantmeister Maik und unseren Smutje Michael.

Eine kurze, dann aber rasch geklärte Verwirrung gab es bei der Übernahme der Gerstenkaltgetränke – da fehlten glatt 36 Dosen und damit fast eine Tagesration der Mannschaft. Doch die Lücken in der Bevorratung wurden kurzfristig geschlossen.

Nach der Bootsübernahme verstauten wir dann Proviant und Gepäck. Im Anschluss wiesen uns Jörg und Sven in das Boot ein.

Interessant hier der Hinweis von Jörg, dass die Rettungsinsel immer mit zwei Mann ins Wasser zu werfen sei. Wir wissen bis heute nicht, was die beiden dann im Wasser sollen…

5.) Einleben an Bord

Nach der Einweisung sammelten wir Erfahrungen in praktischer Seemannschaft. Mit dem Dingi ging es dann unter Motor an den Strand (Balneario 25). Etwas Sonnen, etwas Baden und etwas Bier – der erste Tag wurde unser Freund.

Abends dann das erste selbst gekochte Essen im Salon unseren neuen Heimat – Chili con Carne!

Das behauptete zumindest der Smutje. Wenn Chili con Carne übersetzt in etwa „Gemüseintopf mit Reis und Gemüse“ heißt, dann passt das…

Nachts dann Musik in den Kojen – wer jetzt an mögliche Folgen des Chili denkt, der irrt. Nein, es gab echte Musik:

Unser Liegeplatz-Nachbar, ein mit den Wassern aller Weltmeere gewaschener, Hamburger Skipper, der seit 8 Jahren „aufmbod“ lebt und schon „dreima übanadlandig wa“, eröffnete nachts um drei seine private Bootsdisko.

Das sorgte noch am nächsten Morgen für Gesprächsstoff. Angehörige der im allgemeinen als freundlich und entspannt bekannte Seglercommunity begrüßten sich mindestens so lautstark wie die nächtliche Musik mit höflichen Begrüßungen wie zB „Du Arschloch“ – geht doch!

6.) Der erste Trainingstag

Als Skipper of the day standen am Sonntag, 29.10.2006, Gunnar und Eggo in der Pflicht. Und die Pflicht begann bereits am Vorabend mit der Routenplanung. Unsere Fahrt sollte uns von Palma de Mallorca in das Naturschutzgebiet der Isla Sa Cabrera bringen.

Bestes Strandwetter, schwacher bis kein Wind und eine Strecke, die sich aufgrund von Landmarken und Tonnen hervorragend nach Sicht segeln bzw. motoren ließ, lagen vor uns.

Nach dem Auslaufen suchten wir erfolglos Wind und fuhren dann unter Motor bis Capo Blanco an der Südostspitze Mallorcas.

Als ausgesprochen echt wirkende Übungseinlage hatten Jörg und Sven dann ein Aufstoppen durch ein Boot der Guardia Civil organisiert (Jungs, wie habt Ihr das gemacht?). Nach einer positiven Kontrolle unserer Papiere und einem sehr freundlichen, entspannten Plausch ging es dann weiter – nicht ohne vorher noch von der Guardia Civil ein aktuelles Wetter eingeholt zu haben:

Nachmittags sollten wir Wind aus Südwest in Stärke 2-3 erhalten – durchaus geeignet für unseren Kurs zur Isla La Cabrera!

Doch bevor wir vom Capo Blanco Mallorca hinter uns lassen und Kurs über die freie See zur Insel nehmen konnten, wurden der Skipper of the (afternoon-) day Gunnar getestet: Fender als „Mann“ über Bord!

Im Anschluss ging es dann unter Segeln nach La Cabrera. Nach kurzer Zeit konnten wir diese Insel auch am Horizont erkennen und wieder nach Sicht navigieren.

Nach einigen Segelmanövern liefen wir dann am späten Nachmittag in die wunderschöne Ankerbucht dieser Insel ein und suchten uns einen Liegeplatz an einer Mooringtonne.

La Cabrera ist eine absolute Empfehlung. Die Bucht ist traumhaft, das Wasser sehr klar und voller Fische.

Und Sportler können vom Boot zur „Hafenkneipe“ schwimmen. Andere nehmen lieber das Dingi (unnötig zu sagen, dass unsere Crew sich aus beiden Gruppen zusammensetzte)!

Der Zugang nach La Cabrera wird allerdings als Naturschutzgebiet durch die spanische Umweltbehörde beschränkt - wer dorthin fahren möchte, muss eine Genehmigung beantragen!

Abends gingen wir noch an Land und „rockten“ den Ort (ein Haus, eine Militärkommandatur und eine Kneipe – ach so, und eine kaputte Burg). Hjerbas und Bier dienten dabei als Aperitif. Später an Bord gab es dann noch mit Bacardi verdünnte Cola, damit man besser schlafen konnte…

7.) Der zweite Trainingstag

Als Skipper of the day begrüßten und weckten uns an einem sonnigen Montag morgen Mirko und Maik. Doch bevor sie ihres Amtes walten konnten, nutzen wir noch einmal die herrliche Bucht von La Cabrera zum Baden – und konnten so die fehlenden Duschen mehr als kompensieren.

Was für ein Morgen: Die Sonne taucht hinter der Bergen der Insel auf und erhellt die Bucht mit einem strahlenden Licht. Ganz friedlich liegt die Bucht vor uns, das Wasser funkelt und glitzert wie ein Diamantenmehr. Fischschwärme im Wasser, der Blick vom Boot bis auf den sandigen und felsigen Grund – es war halt unsere „Bacardibucht“.

Später übrigens, nach Nutzung der Bordtoiletten, konnten wir überrascht feststellen, auf welche „Köder“ diese Fischschwärme besonders gut reagieren. Naja, wir haben ja nicht geangelt…

Zum Frühstück gab es dann ein weiteres, bewusstseinserweiterndes Gericht – gekochte Eier! Das faszinierende daran war, dass man die Eier gar nicht mehr pellen brauchte. Unter uns, sie erinnerten eher an Rührei. Angekündigt waren jedoch gekochte Eier.

Nach dem Frühstück und der Einweisung in den Tagesplan verließen wir unter Motor die Bucht. Draußen erwartete uns der beste Wind während dieser Tage. Unter Segeln ging es dann mit durchschnittlich 5 Knoten Richtung Mallorca, Cala Pi. Neben dem Wind und der Sonne trugen auch Eros Ramazotti und Van Morrisson zur Entspannung bei.

Nebenbei konnten auch die noch nicht funkgeprüften Crewmitglieder dem professionellen Seefunk zwischen einem weiteren Teilnehmer und einem Kriegsschiff lauschen und dabei viel lernen. Die Kommunikation lässt sich in etwa so zusammenfassen:

„NATO warship, NATO warship, rauschknisterknackrascuh (wdh.)!“ “Shut up!”

Die malerische, kleine Bucht von Cala Pi – eine Empfehlung von Gunnar - sollte unser Mittagsziel sein. Dort angekommen, stellten wir fest, dass man sogar in engen Buchten noch manövrieren und ankern kann (unter Motor)!

Auch diese Bucht war traumhaft schön. Klares Wasser, sandiger Boden – und schon bei der Einfahrt stellten wir fest, dass kleine Calamari im Wasser schwammen (ein feuriger Irrtum, wie wir später feststellten!)

Nach dem Ankern teilten wir die Ankerwache ein und gingen schwimmen. Vom Boot wollten wir Richtung Strand. In diese Richtung schwammen auch die Calamari.

Als die Dichte an vermeintlichen Tintenfischen zunahm, blieben Körperkontakte nicht aus. Welch´ grausames Spiel – statt Calamari waren es Feuerquallen, die ausgesprochen unangenehm brannten und auf der Haut hässliche Quaddeln hinterließen. Es half nichts, wir mussten wieder raus aus dem Wasser.

Dann ging es wieder Anker auf. Mit gesetzten Segeln fuhren wir Richtung Sa Rapita.

Bei weiteren Segelmanövern konnte mancher weniger geübte Segler feststellen, dass die Winschen sich mit den beigefügten Kurbel in zwei Geschwindigkeiten bedienen ließen. Und lasst Euch sagen, die zweite, später entdeckte Geschwindigkeit ist signifikant höher und bei raschen Manöver echt geeigneter, zu schnellen Ergebnissen zu kommen!

Übrigens, es gibt wohl Fachbezeichnungen für die beiden Gänge der Winsch/Kurbel – der zunächst gewählte, langsamere wird auch als „Mädchengang“ bezeichnet. Nur konnte dieser Begriff im Seglerhandbuch nicht bestätigt werden…

Mit der untergehenden Sonne erreichten wir dann unseren Hafen und Liegeplatz für den Abend – La Rapita. Nach 1 ½ Tagen auf See, fernab der Küste, waren wir wohlbehalten in die Zivilisation zurückgekehrt. Nach längerem Duschen und Rasieren verwandelten wir uns dann von verzausten Seebären wieder in sozial verträgliche, zivilisierte Menschen.

Ein Nachsatz zu Sa Rapita – als Liegeplatz recht teuer, mussten wir doch Euro 64,50 an Gebühren zahlen – zum Duschen jedoch recht interessant, denn das Duschen kostete Euro 1,00 (jedoch nicht pro Person oder pro Minute, nein, sondern um in die Duschräume hineinzukommen, egal mit wie vielen Mann im Schlepptau!

Nach dem Abendbrot – diesmal ganz delikat: Bauernfrühstück mit wirklichen krossen Bratkartoffeln (so wurde uns gesagt, ausgesehen hat es jedoch mehr wie Labskaus oder dieses Zeugs, mit dem der Fußboden ausgegossen wird, bevor Parkett darauf kommt!) – ging es dann für einige noch in die „Stadt“. Nach einem längeren Marsch soll dann tatsächlich noch eine Bar trotz Saisonende geöffnet gewesen sein.

8.) Der dritte Trainingstag

Mit professionell einstudierten Wecksprüchen der Marine holten uns dann am Dienstag morgen die Skipper of the day Michael und Christian aus dem süßen Schlaf zurück in die Wirklichkeit.

Vor uns lag die Rückreise von Sa Rapita nach Palma de Mallorca, unser letzter Tag auf See.

Neben Mann über Bord-Manövern gab es diesmal auch ein halbherziges Feuer im Schiff-Manöver.

 Warum halbherzig?

Naja, es erfordert schon einen echten Geistesblitz, um aus Sven´s müde ausgestoßenem „Hier unten raucht das irgendwie“ auf eine echte Notlage schließen zu können.

Doch reagierte dann der Skipper und im Anschluss wir richtig, brachten das eingespielte Feuer unter Kontrolle und konnten dann weitersegeln. Hätte einer der Teilnehmer nicht zunächst auf seine Rettungsweste bestanden, so wären wir noch fixer davon abgekommen.

Nachdem wir Capo Blanco umrundeten, lag sie dann noch einmal vor uns: Die Bucht von Palma!

Wir segelten und motorten bis vor die Stadtmitte. Dann legten wir uns mit einem weiteren Ankermöver vor die Balneario-Strände und nutzen den lauen, sonnigen Nachmittag für ein weiteres Badevergnügen.

Im Anschluss übten wir dann vor Anker liegend ein Mann über Bord-Manöver mit einem echten Menschen inklusive Feststoffrettungsweste.

Im Gegensatz zu den sonst verwendeten Fendern ist ein Mensch eine echte Herausforderung, wenn man ihn an Bord holen will. Und wir stellten das bei spiegelglatter See, vor Anker liegend, fest. Gott verhüte, dass hier tatsächlich einmal der Ernstfall eintritt!

Nach dem Baden und der Übung hieß es zum letzten Mal „Anker auf“. Unter Motor liefen wir dann in unseren Ausgangs- und Zielhafen ein, Marina Can Pastila. Genau genommen, kreisten wir zunächst eine halbe Stunde vor der Einfahrt, bis die Tankstelle frei wurde.

Nachdem auch wir das Boot betankten und Michael ganz spontan und herzlich Mirko freiwillig zum Annehmen der Festmacherleinen bestimmen wollte, legten wir dann auf unserem Liegeplatz an und machten fest.

Hier muss jedoch erwähnt werden, dass wir zunächst uns zwischen zwei Plätzen nicht entscheiden konnten und so einfach die Mitte wählten. Dieses Manöver wurde kritisch und dennoch wohlwollend von unserem Nachbarn – Ihr erinnert Euch, der Atlantiküberquerer mit der seegängigen Disco – beobachtet.

Nachdem wir festgemacht hatten, hat er uns noch folgenden Ratschlag gegeben: „Das hat zu lange gedauert!“ Und anerkennend gab er uns das Prädikat „Sonntagssegler!“ – das muß wohl ein echtes Kompliment gewesen sein, denn:

Damit war er der König unserer Herzen. Noch heute suchen wir nach dem sich dahinter verbergenden Tipp.

Es war schon beeindruckt, für einige Tage Mitglied dieser transatlantischen Segelcommunity zu sein, herzlich, offen, wertschätzend, rücksichtsvoll.

Unser Vereinsname könnte besser nicht sein: SailCom – damit signalisieren wir doch bereits, dass auch wir dazugehören, dazugehören wollen zur verschworenen Gemeinschaft, ja, Bruderschaft der SAILingCOMmunity.

Abends dann wurde das Boot ohne Mängel abgenommen. Aus Seeleuten wurden nun wieder normale Menschen, Urlauber, die ihren letzten Abend auf dieser schönen Insel verbringen wollten (mit Ausnahme von Gunnar, der aus beruflichen Gründen bereits am Dienstagabend zum Flughafen fuhr und nach Deutschland zurückkehrte).

Und so starteten wir das Programm, was jeder, der Mallorca kennen- und liebengelernt hat, ebenfalls kennt, schätzt und empfiehlt.

Zu Fuß ging es dann zum Balneario 6. Nach 100 min strammen Marsches erreichten wir dann die „Insel“ der Glückseligkeit.

Namen mit kosmopolitischen Flair nahmen uns gefangen: Schinkenstraße, Ballermann 6, Bierkönig, … Darüber hinaus wurde uns noch ein Lokal vom Türsteher angepriesen, gefüllt mit 40 Frauen, alle frisch geduscht und frisch rasiert.

Irgendwie neugierig geworden, haben wir dann doch auf diesen Glückstempel des Table Dance verzichtet, hatten wir doch Hunger und wollten zunächst etwas essen.

Im Anschluss ging es dann in den Bierkönig. Wir konnten Mallorca nicht verlassen, ohne die einheimische Spezialität des Sangria zu probieren. Auch die lokalen Tänze auf den Tischen wurden ausprobiert.

Einige Angehörige der Crew setzten ihre Versuchsreichen bis in den frühen Morgen fort – um 04:00 Uhr gab es dann an Bord ein lautes „Hallo“ und die letzten Vorratsreste von Bier und Wein.

9.) Rückreise

Am Mittwoch morgen, 01.11.2006, begann dann ab 06:15 die Rückreise. Zunächst brachte dann ein Taxi Christian zum Flughafen. Gegen 07:15 Uhr ging es dann für die Hamburger zurück.

In den ewig langen Schlangen vor dem Check In konnten wir aufgrund unseres Gruppentickets noch neue Freundschaften schließen. Jörg stand weiter vorne als wir. Als er dann dran war, stießen wir natürlich zu ihm auf.

Die beiden älteren Herren, die hinter Jörg standen, konnten das natürlich gut verstehen. Zunächst waren sie etwas überrascht, als statt einer Person auf einmal fünf Mitreisende vor ihnen standen.

Doch ihre Überraschung hielt nicht lange an. Voller Verständnis für unsere Situation boten sie uns gleich das „Du“ an und gaben uns gleich Kosenamen.

Die nächsten Menschen, die überrascht waren, lernten wir an der Sicherheitskontrolle kennen: Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes studierten eingehend unser CO2-Patronen. Und nur 20 Minuten späten durften wir dann auch hier die Patronen mit ins Handgepäck nehmen.

Und so endete unser Törn – nach 5 Tagen erreichten wir wieder unseren Startflughafen. Wir landeten in Hamburg bei strahlendem Sonnenschein (wie auf Mallorca) und bei 3 Grad Außentemperatur (nicht ganz wie auf Mallorca).

Kurzum, es war ein sehr lehrreiches, phantastisches Skippertraining. Wir haben viel gelernt und viel Spaß gehabt.

Worauf sollte es denn ankommen? Wir wollten heile wieder ankommen und dabei etwas gelernt und Spaß gehabt haben!

Dieses Ziel haben wir erreicht.

Wer weiß, vielleicht gehen aus diesem oder den vorigen Trainings ja der ein oder andere Skipper für zukünftige Sail.Com Törns hervor!

Schön wäre es. In diesem Sinne: Gode Wind!

 

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